SEO-Experten über die schlimmsten Linkbuilding Fehler

SEO-Experten über die schlimmsten Linkbuilding Fehler

Linkbuilding ist ein besonders sensibles Gebiet der Suchmaschinenoptmierung, das über euren Erfolg und Mißerfolg in den unbezahlten Suchergebnissen von Google, Bing und Yahoo entscheiden kann.Bloß was solltet Ihr beim Linkbuilding tunlichst vermeiden?

Gibt es überhaupt noch Möglichkeiten richtiges Linkbuilding zu betreiben?

Um Euch beim Linkbuilding in die richtige Richtung zu lotsen, habe ich mir die Meinungen von SEO Experten mit hoher Reputation zum Thema „Linkbuilding Fehler“ eingeholt.

Und jetzt kommen die Meinungen der SEO Experten:

Frage 1 – Die schlimmsten Linkbuilding Fehler

Helmut Naber: „Was sind für dich die schlimmsten oder der schlimmste Linkbuilding Fehler überhaupt?“

sasa-ebach-linkbuilding-experteSaša Ebach

Das ist einfach. Wenn Kunden Links direkt auf ihre Produktseiten verlinken wollen. Auch wenn es erstmal so erscheint, als wäre ein direkter Link auf die Seite, die ranken soll, zielführend. In Wahrheit sind es aber nicht diese Links, von denen Google Rankings ableiten möchte. Google möchte nur Links zwischen hochwertigen redaktionellen Inhalten werten. Alles andere ist Werbung. Es macht logischerweise keinen Sinn, wenn der, der die meisten Werbelinks schalten kann, am Schluss am besten rankt. Und wer nicht versteht, was Google will, der kann automatisch keinen langfristigen Erfolge dort erzielen. Macht Sinn?
Das wäre der größte Fehler. In der Umsetzung gibt es natürlich noch viele weitere Fehler. Mal vorausgesetzt, dass alle Links zwischen redaktionellen Inhalten entstehen, verstehen viele Leute nichts von Kommunikation. Heutzutage wird immer noch hauptsächlich auf E-Mail-Anfragen als alleiniges Pitchmedium gesetzt. Das funktioniert nur noch mit sehr viel Kreativität. Selbst am Telefon wird es immer schwerer. Der größte Fehler hier: Die Leute fragen nach einem Link. Die erste Regel im Linkaufbau ist immer: Rede niemals über Links. Strebe stattdessen eine Kooperation an. Aber selbst das ist mittlerweile schwer geworden. Was die meisten Leute vergessen: Gute Linkquellen werden heutzutage von allen Seiten mit Anfragen bombardiert. Fast keine dieser Anfragenden ist bereit zuerst einmal etwas für diese Linkquellen zu unternehmen. Erst geben, dann nehmen. Das vergessen viele.
Vielleicht noch eine dritte Sache: Es kommt heutzutage nicht mehr so stark auf die Anzahl der Links an. In der Vergangenheit ging es immer darum, von einer Quelle einen Link zu erhalten und dann die Anzahl der Quellen zu maximieren. Aus Rankingsicht ist es mittlerweile besser, sich auf wenige gute Quellen zu fokussieren und hier in zeitlichem Abstand immer wieder einen Link zu erhalten. Mal angenommen ich kann für ein Kosmetik-Projekt jeweils einen Link von spiegel.de, waldundwiesenblogger.xy und lieber-schminken-statt-schinken.xy bekommen. Oder aber drei Links von spiegel.de – aus unterschiedlichen Beiträgen auf unterschiedliche Beiträge – dann ist diese Variante zu bevorzugen. Aus Kunden- und Controllingsicht ist das allerdings völlig undenkbar. Hier muss sich dringend etwas in den Köpfen von Anbietern und Kunden ändern. Ziel im Linkbuilding (Post-Pinguin) muss sein, ständig und wiederholt von den besten Sites angelinkt zu werden. Und das geht eben nur, wenn sich Unternehmen als Publikation verstehen und regelmäßig auf höchstem Niveau publizieren. Das nennt man dann übrigens Content-Marketing 🙂

Wie viele Fehler gibt es noch? Wahrscheinlich Tausende.


malte-landwehr-seo-experteMalte Landwehr
Der schlimmste Linkbuilding-Fehler ist für mich, im Jahr 2015 noch Linkbuilding zu betreiben. Die einzigen Fälle, in denen ein SEO Links aufbauen sollte sind:
1. Gescheiterte StartUps, die noch ein paar Monate länger durchhalten wollen
2. Thin-Affiliate-Seiten auf Keywordsdomains, die innerhalb weniger Woche die Kosten von 100 Euro (50 Euro für die Domain und 50 Euro für den Content) wieder reinspülen sollen
3. echte Spammer und Black Hat SEOs

Dazu kommen ein paar Nischen und Sprachen, in denen man quasi gezwungen ist, wie ein Black Hat zu agieren. Auch hier ist Linkbuilding natürlich ok, bzw. sogar notwendig. Allen anderen kann ich nur sagen: Finger weg! Wer gute Links haben will, muss „nur“ Content Marketing, PR, Story Telling, UX und Seeding gut machen.

Frage 2 a – Linkbuilding Fehler: Was stört dich am meisten?

Helmut Naber: „Was stört dich persönlich am meisten, wenn diese Linkbuilding Fehler begangen werden?“

sasa-ebach-linkbuilding-experteSaša Ebach
Mich stört da schon lange nichts mehr. Ich denke, man muss sich einfach damit abfinden, dass der größte Teil des Linkbuildings fehlerhaft ist bzw. die Leute einfach für wenig Geld den maximalen Erfolg erzielen wollen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht macht das schließlich Sinn. Die Konsequenz: Das Netz wird immer mehr zugemüllt. Das ist schade. Ich meine, dass niemand ein Netz haben möchte, in dem nur noch mittelmäßiger Content-Müll zu finden ist. Selbst die Spammer wollen bei einer Suche nach „Wie spamme ich Google am besten?“ bestimmt die Seiten mit dem besten Content finden und nicht den Schrott, den jemand anderes dahingespammt hat, oder? 😉


malte-landwehr-seo-experteMalte Landwehr

Was mich aufregt ist, dass Linkbuilding langfristig nicht funktioniert und es andere SEO-Methoden gibt, die sehr gut funktionieren und deutlich nachhaltiger sind. Aber um diese Methoden einzusetzen, müssen SEOs umdenken. Solange Kunden bereit sind, für Linkbuilding Geld auszugeben, wird es Agenturen geben, die es anbieten. Auch wenn es absolut sinnbefreit ist.

Frage 2 b – Linkbuilding Fehler – Was stört dich am meisten?

Helmut Naber: „Zum Beispiel, dass Domains durch Naivität, Ungeduld, Geiz der Webseiteninhaber im schlimmsten Fall unbrauchbar werden oder eher die zweifelhaften Linkbuilding Methoden vieler Agenturen, die das anbieten?“

sasa-ebach-linkbuilding-experteSaša Ebach
Genau das kann passieren und passiert auch immer wieder. Aber Websitebetreiber waren schon immer ungeduldig und daran ändert sich so schnell auch nichts.

Was Agenturen betrifft, so ändert sich auch viel. Wenn auch nicht schnell. Aber auch Agenturen erkennen, dass sie mit der Zeit gehen müssen. Egal wie letztendlich die Methode der Linkakquise aussieht. Zum Schluss muss sich der Gedanke durchsetzen, dass Links zwischen redaktionellen Inhalten anzusiedeln sind und die Inhalte für den Leser (egal wo er ließt) bereichern. Und zwar auf gute Art und Weise.


malte-landwehr-seo-experteMalte Landwehr
Ein schönes Beispiel kommt aus Leipzig. Dort gibt es ein nicht sehr beliebtes Unternehmen, dessen SEO-Agentur immer wieder Links kauft nur damit die zweite SEO-Agentur oder die Inhouse-Abteilung einen Monat später um Entfernen des Links bittet und mit einem Disavow droht. Mir ist ein Fall bekannt, in dem die Aufforderung zum Ausbau des Links durch Agentur-2 ankam, bevor Agentur-1 ihre Rechnung für den gekauften Link bezahlt hat.

Bevor ich gefragt werde, welche alternativen SEO-Methoden ich mein: Ich sehe aktuell zwei Bereiche mit sehr viel Potential. Zum einen Content, der wirklich auf die Bedürfnisse des Nutzers eingeht, die passende Informationstiefe hat und für jedes Device passend aufbereitet wird. Zum anderen gibt es im Link-Bereich noch immer einen spannenden Hebel: Interne Links! Es gibt unzählige Domains da draußen, die von einer Optimierung ihrer internen Linkstruktur deutlich stärker profitieren würden als von einem Dutzend guter Backlinks.

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Andreas Ganter - 19. November 2015 Antworten

Sehr feine Zusammenstellung. Es ist wirklich schauderhaft, wie viele angebliche SEO- Experten immer noch den Reibach mit ahnungslosen kleinen Firmen – die keine Inhouse-SEO-Abteilung haben – machen… sprich; monatliche Rechnung und ein paar wertlose Links reported, und alle sind zufrieden. Und wenn es nix bringt, kann man ja den Kunden versuchen zu überzeugen, dass nachgelegt werden muss. Der Kunde schlittert unbewusst in eine Pseudo-Abhängigkeit und besitzt keinerlei Kenntnis darüber, dass genau diese Maßnahmen langfristig gutes Ranking verhindern, während sich die Agentur weiterhin die Hände reibt. Nach 1-2 Jahren ist das Spiel beendet, die Kohle futsch und die Domain mit schlechten Backlinks belastet. Um diese wieder loszuwerden darf man dann abermals in die Tasche greifen… Vergesst den Quatsch endlich, wacht auf und kümmert euch um hochwertige Inhalte und schaut, dass Ihr eure Seiten für die Nutzer interessant und abwechslungsreich gestaltet. Bringt Leben rein…

Helmut Naber - 20. November 2015 Antworten

Hallo Andreas, ja es ist wirklich schade, dass so viele Domains durch diese gruseligen Linkbuilding-Taktiken vor die Wand gefahren werden.

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